Call for Papers: “Krise und Kritik im Social Web” (ÖGS-Kongress Wien, 3.-5. Juli 2023), Deadline 02.04.2023

Call for Abstracts
Krise und Kritik im Social Web
Gemeinsame Veranstaltung der ÖGSSektion Technik & Wissenschaftssoziologie und der DGSSektion Wissenschafts & Technikforschung auf dem ÖGSKongress »Kritische Zeiten«, Wirtschaftsuniversität Wien, 3. bis 5. Juli 2023


Die Krisen unserer Zeit spiegeln sich in radikalisierter und polarisierter Form im Social Web wider. Nie zuvor waren politische Konflikte und diskursive Differenzen, soziale Ungleichheiten und globale Ungleichzeitigkeiten, divergente Wirklichkeitssichten, Dynamiken der Selbstvergewisserung und die Abgründe menschlichen Kommunikationsverhaltens sichtbarer als in den soziotechnisch strukturierten Sozialräumen, die digitale SocialMedia und SocialNetworkingPlattformen im Internet aufspannen.


Anknüpfend an das Themenpapier des diesjährigen ÖGSKongresses fragt diese gemeinsame Sektionsveranstaltung nach dem Verhältnis von Krise und Kritik im Social Web und den empirisch beobachtbaren Konsequenzen für Politik und Öffentlichkeit:

  • Inwiefern befördern die Strukturen des Social Webs eine fortschreitende Polarisierung und Radikalisierung der politischen Krisenkommunikation? Oder sind sie eher ein Surrogat schon zuvor angestoßener Veränderungen im öffentlichen Austausch?
  • Verstärkt sich der Eindruck fortlaufend emergierender Krisenphänomene durch die ubiquitäre Sichtbarkeit von Kritik, Unzufriedenheit und Unvereinbarkeit im Social Web?
  • Wie wirken technische und soziale Strukturierungsleistungen in den dort beobachtbaren Dynamiken der Polarisierung und Radikalisierung ineinander?
  • Wie verändert sich die demokratische Erwägungskultur und Urteilsbildung durch die kontinuierliche Sichtbarkeit von Brüchen und differierenden Weltbildern im Social Web? Gerät die Kritik als Resultat substanzieller Auseinandersetzung selbst in die Krise?
  • In welchem Verhältnis stehen die Sichtbarkeit polarisierter Kritik und Skepsis im Social Web und das Entstehen neuer radikaler Protestformen?
  • Und: Kann die Gesellschaft unter diesen Prämissen überhaupt noch eine als gemeinsam markierte Bezugsgrundlage zur Legitimation politischer Krisenbewältigung herstellen?


Um diese und ähnliche Fragen zu diskutieren, rufen wir zu empirisch fundierten Einreichungen und konzeptionelltheoretischen Beiträgen auf, die aktuelle Forschungsergebnisse zur öffentlichen und politischen (Krisen)Kommunikation im Social Web vorstellen. Dies schließt Präsentationen ein, die eine kulturvergleichende Perspektive verfolgen und Forschungslücken in der sozialwissenschaftlichen Forschung zum Social Web diskutieren.


Bitte schicken Sie Abstracts für Beitragsvorschläge von max. 2.500 Zeichen bis zum 2. April 2023 an die Organisatoren der gemeinsamen Sektionsveranstaltung:
JanFelix Schrape (janfelix.schrape@sowi.unistuttgart.de)
Alexander Bogner (Alexander.Bogner@oeaw.ac.at)

 

Der vollständige CfP ist hier zu finden.