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Call for Papers: für den Soziologiekongress von DGS und ÖGS „Post-Corona-Gesellschaft? Pandemie, Krisen und ihre Folgen“, 23.-25. August 2021 in Wien

Kommunikation in der Krise. Wissenschaft und ihre Öffentlichkeiten

Eine gemeinsame Veranstaltung der DGS-Sektion Wissenschafts- und Technikforschung und der ÖGSSektion Technik- und Wissenschaftssoziologie

Organisator*innen: Martina Franzen (Essen), Alexander Bogner (Wien)

Die Relevanz von Wissenschaftskommunikation ist nicht erst seit der Corona-Pandemie in aller Munde. In der aktuellen Krisensituation wird die Vermittlung und Rezeption wissenschaftlicher Erkenntnisse zu einem entscheidenden Instrument für die Akzeptanz politischen Handelns. Nicht nur, dass für Regierungsentscheidungen unmittelbar und sichtbar wissenschaftliche Beratung herangezogen wird – auch kaum noch eine Talkshow im Fernsehen kommt ohne wissenschaftliche Expertise aus, vorrangig allerdings aus der Virologie oder Epidemiologie. So sind einzelne Virolog*innen und Epidemiolog*innen im letzten Jahr zu regelrechten Popstars avanciert. Welches Bild von Wissenschaft aber wird in der aktuellen Medienpräsenz transportiert? Welche Rolle spielen geistes- und sozialwissenschaftliche Disziplinen in der Wissenschaftskommunikation der Corona-Gesellschaft? Welche Bilder von Politik und Öffentlichkeit werden in der massenmedialen Kommunikation herausgehobener Wissenschaftler*innen greifbar? Welche Formate der Wissenschaftskommunikation erreichen die höchste Reichweite und welche Rolle spielen die sozialen Medien? Wer sind die Akteure der Wissenschaftskommunikation? Welche Rückwirkungen hat die gesteigerte mediale Aufmerksamkeit auf die Wissenschaft selbst und ihre Glaubwürdigkeit? Welche Rolle wird der Wissenschaft (oder einzelnen Disziplinen) in der Gesellschaft zugeschrieben, und wie ausgeprägt ist eigentlich das gesellschaftliche Systemvertrauen, wenn man dies sozial differenziert betrachtet?

Die repräsentative Befragung „Wissenschaftsbarometer“, durchgeführt von „Wissenschaft im Dialog“, belegt für Deutschland mit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 zunächst einen Anstieg des Vertrauens in Wissenschaft im Vergleich zum Vorjahr. In der letzten Befragung vom November 2020 ist ein allgemeiner Rückgang des Vertrauens auf 60 Prozent zu verzeichnen von Personen, die der Wissenschaft und Forschung eher oder voll und ganz vertrauen (im Vergleich zum April 2020, wo der Wert bei 73 Prozent lag). Demgegenüber stehen 15 Prozent der Befragten, die der Meinung sind, dass es keine eindeutigen Beweise für die Existenz des Coronavirus gibt. Jene Wissenschaftsskepsis zeigt sich besonders illustrativ auch in den sogenannten Corona-Demos in Deutschland und Österreich. Die soziologisch relevante Frage ist, ob und inwiefern Wissenschaftskommunikation zu einer Akzeptanz wissenschaftlicher Erkenntnisse und der daraus abgeleiteten politischen Entscheidungen führt.

Die Sektionsveranstaltung hat das Ziel, sozial differenzierte Beobachtungen und Analysen zur Wissenschaftskommunikation und ihren Implikationen in der Coronakrise zu bündeln. Erwünscht sind theoretische Beiträge zum Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit(-en), innovative methodische Beiträge aus der Wissenschaftskommunikationsforschung, die sich insbesondere dazu eignen, den schillernden Begriff von „Öffentlichkeit“ zu erhellen sowie empirische Befunde: qualitative oder quantitative Fallstudien, internationale Vergleiche und medienzentrierte Auswertungen.

Beitragsvorschläge senden Sie bitte als aussagekräftige Abstracts (max. 2500 Zeichen) bis zum 31. März 2021 an die Organisator*innen:

Martina Franzen: martina.franzen@kwi-nrw.de

Alexander Bogner: Alexander.Bogner@oeaw.ac.at

Den offiziellen Call of Paper finden Sie hier.

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